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Offener Brief zum Artikel „Seitenweise Mysterien“, erschienen am 22.01.2016 in der Online-Ausgabe der Süddeutschen Zeitung


http://bit.ly/2pIGv4e



Sehr geehrter Herr Freund,

in Anbetracht der Tatsache, dass ich Ihre Zeitung bereits am 08. März 2014 bzgl. eines von Ihnen veröffentlichten Artikels über das Voynich-Manuskript angeschrieben hatte und man keine Veranlassung sah mir Glauben zu schenken, sehe ich mich nun gezwungen diese heutige Antwort auf Ihren Artikel als „Offenen Brief“ zu gestalten.

Bereits 2014, wie auch jetzt, erkläre ich, dass ich den Code geknackt habe und seit Jahren an der Übersetzung arbeite. Somit ist es gänzlich falsch davon zu schreiben, dass es bis heute keiner lesen kann. Insgesamt sind Sie inhaltlich sehr oberflächlich mit dem Manuskript umgegangen und mir scheint, dass Sie sich nicht sehr intensiv mit der Materie auseinandergesetzt haben.

Sie sprechen davon: „Die meisten der dargestellten Pflanzen konnten bisher nicht identifiziert werden, teilweise scheint es sich bei den Zeichnungen um Mischungen aus mehreren Pflanzen oder um Erfindungen zu handeln.“

Hier verweise ich auf die exzellente Arbeit von Arthur Tucker und Rexford Talbert „A Preliminary Analysis of the Botany, Zoology, and Mineralogy of the Voynich Manuscript“ http://bit.ly/2prWNvt die sich sehr viel Mühe gegeben haben, um eine klare und eindeutige botanische Bestimmung bzw. Zuordnung vorzunehmen. Man versuchte sich auch an der Übersetzung und kam zu dem Schluss es müsse Nahuatl, die Sprache der Azteken sein. Dieser Schlussfolgerung muss ich widersprechen, da das Manuskript in Latein verfasst wurde und die Pflanzen wurden so gewählt, um darin einen Kalender zu verstecken.

Natürlich besteht das Manuskript aus Rätseln, aber diese sind gänzlich anders angelegt, als die meisten es denken und das ist die wahre Kunst der Erfinder.

„In den letzten Jahren setzte sich unter Experten die Meinung durch, dass es sich bei dem Manuskript um ein alchemistisches Handbuch handeln müsste. (…)“ Es handelt sich nicht um ein alchemistisches Handbuch, sondern um die Niederschrift unbekannten Wissens, welches sich nicht nur auf die Zeit der Kreuzzüge im Heiligen Land bezieht. Erlebte Geschichte, die nirgendwo verzeichnet wurde - damaliges Geheimwissen - ist niedergeschrieben worden.

Wenn Sie mehr lesen wollen, dann können Sie auf meiner Webseite einige übersetzte Stellen nachlesen.http://voynich-manuskript.de/ms408/home/ Es kommen z.B. Texte darin vor, wo es sich um Ludwig IX., König von Frankreich, genauso wie um Friedrich II., den letzten deutsch-römischen Kaiser, handelt. Übrigens wird erzählt, dass Friedrich II einen Leberschaden, durch die Vergiftungsanschläge auf seine Person, erlitten hatte.

Vielleicht ist es an der Zeit abzurücken von sogenannten „Experten“ die bisher keine einzige Lösung präsentieren konnten.

Mit freundlichen Grüßen

Jutta Kellner